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Messeauftritt planen: 5 typische Fehler (+ Tipps, wie Sie es besser machen)

Ein guter Messeauftritt rückt Ihre Marke ins richtige Licht, vermittelt die Botschaften Ihres Unternehmens auf interessante Weise und spricht Ihr Wunschpublikum an. Er ist die Visitenkarte, mit der Sie sich dem Messepublikum präsentieren.

Inhaltsverzeichnis

Was macht einen guten Messeauftritt aus?

Ob ein Messeauftritt erfolgreich ist, liegt im Auge des Betrachters und hängt auch davon ab, was Sie mit Ihrer Teilnahme an der Messe erreichen wollen. Bei einer Sache gibt es jedoch keine Diskussion: Sie möchten gesehen werden und positiv auffallen. Was so selbstverständlich klingt, ist manchmal gar nicht so einfach.

Jemand, der sich mit Messeplanung bestens auskennt, ist Dirk Deumeland von FAIRNET. Wir haben den Messeprofi gefragt, welche Fehler Unternehmen bei der Planung ihres Messeauftritts machen und was oft vergessen oder übersehen wird. Dirk Deumeland gibt einfache Tipps, wie Sie es besser machen können.

Portrait Dirk Deumeland, FAIRNET auf der Leipziger Messe
Foto: Hagen Wolf

Tipp #1: Definieren Sie ein klares Ziel für Ihren Messeauftritt

Wenn Messegäste an einen Stand kommen und nicht sofort erkennen können, was dort eigentlich präsentiert oder vermittelt werden soll, entgehen Ihrem Unternehmen Aufmerksamkeit und damit wichtige Kontakte: Wenn das Ziel einer Messeteilnahme im Vorfeld nicht klar definiert ist, kann sich das in einem unklaren Stand-Design spiegeln und führt zu einem unbefriedigenden Messeerlebnis auf beiden Seiten.

Wie Sie es besser machen: Noch bevor der Messestand im Detail geplant wird, sollten Sie sich klarmachen, was Sie mit Ihrer Messeteilnahme erreichen wollen. Konkrete Ziele zu definieren ist deshalb das A und O bei der Messeplanung, und zwar so dezidiert wie möglich.

 

„Machen Sie sich frühzeitig Gedanken darüber, welche Zielgruppe Sie ansprechen wollen, was Sie zeigen oder vermitteln möchten und welche Kommunikationssituation Sie anstreben“, rät Dirk Deumeland. „Möchten Sie nur informieren oder auch beraten und verkaufen? Wollen Sie aktiv auf Ihren Stand einladen und ins Gespräch kommen, oder bevorzugen Sie eine technische Lösung für die Kommunikation, zum Beispiel mit Touchscreens?“

Ausschnitt Messestand, im Hintergrund Personengruppe
Foto: Leipziger Messe

Tipp #2: Schaffen Sie einen übersichtlichen Messestand

Hier ein Stapel Flyer, dort ein Exponat, Poster, Roll-up, Tablet, Messe-Goodies und eine Vielzahl an Produkten: Wenn ein Messestand zu voll ist, wirkt er unübersichtlich und unattraktiv für die Messegäste. „Viele machen den typischen Fehler, alle ihre Produkte zeigen zu wollen“, so Dirk Deumeland, dabei sei eine Messe ja dazu da, Innovationen und Highlight-Produkte vorzustellen.

Wie Sie es besser machen: „Schärfen Sie den Blick auf das Wesentliche: Welches Produkt soll im Vordergrund stehen und welches soll schon von Weitem gesehen werden?“ Genau wie die Definition des Messeziels sind auch die konkreten Überlegungen zu den vorgestellten Produkten Teil einer guten Messeplanung: „Ist das Produkt selbsterklärend und muss ‚nur‘ noch verkauft werden oder bedarf es einer ausführlichen Erklärung durch Experten und/oder Standpersonal?“ Dementsprechend können Sie auch das Informationsmaterial am Stand auswählen.

2 sitzende Gesprächsrunden am Messestand
Foto: Leipziger Messe

Tipp #3: Gestalten Sie Ihren Messestand einladend

Wer sich über ein Produkt informieren will, kann zwar vielfältige digitale Anwendungen nutzen, es aber nur bedingt ‚erleben‘. Die Vorteile einer Messe vor Ort sind der direkte Kontakt, die Nahbarkeit von Unternehmen und deren Produkten – und eben genau diesen Bonus verspielen Sie, wenn Ihr Stand ein schier unüberwindbares Bollwerk bildet.

Wie Sie es besser machen: „Je nachdem für welche Art von Stand Sie sich entschieden haben, können Sie mit der richtigen Planung die gewünschte Situation schaffen“, so Dirk Deumeland. „Ich empfehle in der Regel ein offenes Standkonzept, das Kommunikation fördert und wenig Barrieren hat.“

Geschlossene Messestände brauchen eine klare Ansprechsituation, z. B. eine deutlich erkennbare Informationstheke und persönliche Ansprache, um auf den Stand einzuladen – gerade wenn vorher kein Termin vereinbart wurde.

FAIRNET Euroshop Messestand in der Totale
Foto: Leipziger Messe

Tipp #4: Machen Sie Ihren Stand zum Hingucker

Ihr Stand ist offen, aufgeräumt und nicht zu überladen und trotzdem kommt keiner vorbei? Vielleicht haben die Messegäste ihn einfach übersehen – weil er zu dunkel ist oder die Fernkennzeichnung fehlt. Man könnte meinen, dass es selbstverständlich ist, aber schlecht ausgeleuchtete Stände ohne klaren und weit sichtbaren Blickfang sind keine Seltenheit auf Messen.

Wie Sie es besser machen: Knipsen Sie das Licht an! „Das richtige Lichtkonzept ist fast schon die halbe Miete bei der Standplanung. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihr Produkt oder Ihre Botschaft wortwörtlich ins rechte Licht zu rücken, beispielsweise eine solide Grundausleuchtung von oben mittels Rigg-System oder spezifische Produktausleuchtungen mit LED-Wänden oder hinterleuchtete Grafiken.“

Der Beleuchtung von Messeständen ist durch die rasante Entwicklung von LED-Technologie nahezu keine Grenze gesetzt. Jede Farbe ist möglich, und sogar Weiß ist nicht gleich Weiß. Es gibt verschiedene Farbtemperaturen und spätestens, wenn das Licht angeht, sehen Sie den Unterschied zwischen Warmweiß mit ca. 2.700 Kelvin und Kaltweiß von bis zu 5.399 Kelvin sehr deutlich.

Tipp #5: Denken Sie nachhaltig

Am Thema Nachhaltigkeit kommt man auch im Messebereich nicht vorbei und Ausstellende sollten sich überlegen, welche Maßnahmen für sie sinnvoll und umsetzbar sind. Wenn die Theorie und Praxis eklatant auseinanderklaffen, kann das dem Image eher schaden als nutzen.

„Nachhaltigkeit wird bei der Messestandplanung oft zu eindimensional gedacht“, weiß Dirk Deumeland. Denn um sich nachhaltig zu präsentieren, reicht es nicht aus, Papp- statt den Plastikbechern anzubieten, oder auf digitales Infomaterial anstatt von Broschüren in Papierform zu setzen.

Wie Sie es besser machen: „Zuerst sollte man sich fragen: Wie nachhaltig wollen wir sein? Ist Nachhaltigkeit bereits Teil unserer Identität oder wollen wir uns hier neu positionieren?“ Wenn es anschließend um die konkrete Umsetzung geht, hat Dirk Deumeland einige gute Tipps: „Nutzen Sie das Thema Nachhaltigkeit für Ihren Messeauftritt operativ und praktisch!“

Ein guter Ansatz hierfür ist Mietmaterial anstatt von individuell angefertigten Möbeln. Produktpräsenter wiederum könnten nach der Messe im Eingangsbereich des Unternehmens eine zweite Heimat finden. „Überlegen Sie: Kann ich das Material noch einmal benutzen? Kann ich es an andere vermieten oder weiterverkaufen?“ Wenn Grafiken und Präsentationsmaterial weiterverwendet werden, ist es sinnvoll, keine Jahreszahl aufzudrucken, sondern zeitunabhängige Ausdrücke zu verwenden, wie zum Beispiel ‚Highlight‘ oder ‚Innovation‘.

FAIRNET setzt bei der Realisierung von Messeauftritten auch auf Kreislaufwirtschaft und arbeitet mit Partnern wie Trash Galore zusammen, die Materialien aus Veranstaltungen an gemeinnützige Initiativen und Projekte vermitteln: „Aus einer Plane vom Messestand werden so ein temporäres Regendach für einen Kindergarten oder Umhängetaschen für Fahrradkuriere. Echtholzbalken werden für das Baumhaus im Gartenverein verwendet oder landen in den Regalen eines Second-Hand-Baumarktes zu sehr attraktiven Preisen.“

Richtige Planung ist alles

Bei der Planung eines Messeauftrittes, der positiv auf die Unternehmensziele einzahlt, müssen viele Faktoren bedacht werden. „Gerade bei komplexen Projekten empfehle ich, sich frühestmöglich im Team auszutauschen und zu überlegen, welche Kompetenzen man inhouse hat und welche Aufgaben man lieber abgeben sollte“, bekräftigt Dirk Deumeland.

Dabei ist es wichtig, dass die Messekommunikation nicht von der Markenkommunikation abgekoppelt ist, sondern dass alle Beteiligten gemeinsam ein Konzept erarbeiten. Klare Zuständigkeiten, das Definieren von Meilensteinen und eine Checkliste sind ebenfalls Grundvoraussetzung für eine gelungene Organisation.

„Gerade, wenn man die Kosten im Griff haben will, lohnt es sich, einen professionellen Partner ins Boot zu holen. Er weiß, wie man den Budget- und Zeitplan einhält und agil reagiert, wenn es doch mal Überraschungen gibt – und die wird es immer geben!“, ergänzt Dirk Deumeland.

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