Wasserstoffnetz Mitteldeutschland 2.0
Geht es nach den Teilnehmern der Studie, erhält Mitteldeutschland schon bald eine Schlüsselrolle in der nationalen Wasserstoffstrategie. Die Infrastruktur rund um das mitteldeutsche Chemiedreieck und das Potenzial für die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien bieten dafür sehr gut Voraussetzungen. Der Freistaat Sachsen sieht in dem Aufbau einer resilienten Wasserstoffwirtschaft viel Wachstums- und Beschäftigungspotenzial. Auf dem Weg zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie versteht sich die Leipziger Messe als Partner für die Region.
Das muss man wissen: Was ist grüner Wasserstoff?
Wasserstoff wird je nach seiner Entstehung nach Farben unterschieden. Blauer Wasserstoff entsteht beispielsweise bei der Dampfreduzierung von Erdgas, roter Wasserstoff mithilfe von Strom aus Atomkraft. Die Farbe Grün bezeichnet außergewöhnlich nachhaltigen Wasserstoff, der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird.
Wofür brauchen wir grünen Wasserstoff?
Wasserstoff soll Kohle in der Stahlproduktion ersetzen. In der Automobilbranche kann er für Brennstoffzellen genutzt werden, die mit Wasserstoff einen Elektromotor antreiben. Außerdem könnten wasserstoffbasierte E-Fuels zum neuen Kraftstoff für Großverbraucher wie beispielsweise im Flug- und Schiffsverkehr genutzt werden. Für die Leipziger Messe ist grüner Wasserstoff besonders im Bereich der Wärmeerzeugung interessant.
Green Hydrogen Innovation Congress im CCL
Schon länger engagiert sich die Leipziger Messe für das Themenfeld „Grüner Wasserstoff“. 2022 fand im Congress Center Leipzig (CCL) erstmals der internationale Fachkongress „Green Hydrogen Innovation Congress“ unter dem Motto „Regionale Innovatoren als Wegbereiter für eine europäische grüne Wasserstoffwirtschaft“ statt. Mit Diskussionsrunden und Fachbeiträgen hat die Leipziger Messe als Gastgeber ihr Interesse und Engagement rund um das Thema verdeutlicht.
Niemals den Anschluss verlieren
Im BMW-Werk Leipzig wird bereits jetzt grüner Wasserstoff in der Lackiererei genutzt. Ein flexibler Brenner kann dort mit Erdgas, grünem Wasserstoff oder einer Mischung aus beiden betrieben werden. In der Nähe zum BMW-Werk sieht die Leipziger Messe das Potenzial, künftig beim Ausbau der Trassierungen berücksichtigt zu werden und so vielleicht mit angeschlossen zu werden.
„Es ist unrealistisch zu glauben, dass wir unseren Erdgasverbrauch 1:1 in Wasserstoff umsetzen können. Aber eine Mischung aus verschiedenen Erzeugern oder die grüne Belieferung einzelner Gebäude ist durchaus denkbar.“
Katja Krautkrämer, Abteilungsleiterin Bau- und Energiemanagement
Die Leipziger Messe beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Energieversorgung und der damit einhergehenden Verantwortung. Grüner Wasserstoff könnte ein wichtiger Baustein sein. Ein weiteres Puzzleteil ist die Photovoltaik-Aufdach-Anlage, die einen Teil des externen Strombezuges abdecken soll. Sie befindet sich auf den Dachflächen von Handwerkerzentrum, Westflügel und Messehaus und soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.
Der Bedarf ist da
Im Sommer 2024 werden die Ergebnisse der Studie ‚Wasserstoffnetz Mitteldeutschland 2.0‘ vorgestellt, die gemeinsam von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, dem Wasserstoff-Netzwerk HYPOS, der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH sowie der INFRACON Infrastruktur Service GmbH & Co. KG durchgeführt wird.
So viel lässt sich schon sagen: Der Bedarf an grünem Wasserstoff steigt deutlich schneller als die Menge dessen, was durch regionale Erzeugung abdeckbar ist.
Deshalb soll die Region so schnell es geht an die geplante europäische und nationale Wasserstoff-Infrastruktur angebunden werden.

