Stephanie Weichhold ist eine Messemacherin. Und das seit über 20 Jahren. Seit acht Jahren gehört sie zum Team der denkmal und gestaltet federführend das Programm. „Aber das ist natürlich immer Teamarbeit“, wie sie sagt. Und damit meint sie nicht nur Kolleginnen und Kollegen bei der Leipziger Messe, sondern auch die Aussteller – und ganz besonders den Beirat. Bei der denkmal zählt der Beirat stolze 22 Mitglieder, darunter Handwerker, Architekten, Denkmalpfleger und Wissenschaftler. Die Bandbreite zeigt, dass Denkmalpflege ein wirklich breites Feld ist. „Gerade diese Vielfalt macht es so spannend, da man inhaltlich so viele Schwerpunkte setzen kann“, so Weichhold.
Foto: Leipziger Messe
Auch Dr. Ulrike Wendland vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) gehört dem Beirat an – und das seit über 20 Jahren. „Ich habe das Amt schon in verschiedenen beruflichen Rollen bekleidet und dadurch auch immer verschiedene Ideen eingebracht“, erinnert sie sich. „Und der Austausch fand wirklich immer wertschätzend und auf Augenhöhe statt.“ Das kann Volker Schweizer vom Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau (IRB) nur bestätigen. „Der Beirat der denkmal ist keinesfalls ein schmückendes Beiwerk. Wir sind Ratgeber für Ausstellerschaft und Programmarbeit – aus der Branche heraus und wieder in die Branche hinein. Und das Team der denkmal nimmt dies dankbar an.“
Wie das Programm der denkmal Leipzig entsteht
Und wie genau sieht diese Zusammenarbeit aus? Die Messe findet alle zwei Jahre statt, die Programmplanung beginnt jeweils im Herbst des Vorjahres. Dann werden die Aussteller aufgerufen, eigene Themen und Beiträge einzureichen. „Das Schöne ist: Die Beteiligung ist enorm“, sagt Weichhold. „Wir bekommen jedes Mal mehr Einreichungen und können dann überlegen, wo wir unsere Schwerpunkte setzen.“ Und worauf wird dann geachtet? Auf Bandbreite, auf Aktualität. „Und auch Nischenthemen finden immer wieder Platz“, freut sich Ulrike Wendland. „Es ist so schön, dass das Team ein gutes Gespür für auch mal nerdige Themen hat, die eben dann das letzte Quäntchen Mehrwert bieten.“ Mehr als 200 Punkte umfasst das Programm. Neben Beiträgen der Aussteller gibt es eigene Messeforen, Workshops und Diskussionsrunden, wo die Denkmalpflege auf den Prüfstand kommt.
Foto: Leipziger Messe
Expertentalk und Netzwerktreffen
Ein klassisches Oberthema pro Messe gibt es daher nicht. Stattdessen orientiert sich die denkmal an mehreren großen Themenfeldern – darunter Denkmalvermittlung, klimatische Entwicklungen, Bauen im Bestand, Digitalisierung sowie der Schutz des kulturellen Erbes in Notfallsituationen. Der Beirat begleitet diesen Prozess eng. „Wir werden regelmäßig über Programmpunkte informiert und auch ganz konkret um Rat gefragt“, erklärt Volker Schweizer. „Wenn zu einem bestimmten Themenfeld ein passender Kontakt fehlt, helfen wir gern mit unserem Netzwerk oder unserem Wissen aus.“
Im Falle von Dr. Ulrike Wendland bedeutet das unter anderem, einen länderübergreifenden Blick einzubringen. „Denkmalpflege ist in Deutschland Ländersache. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz fasst aber Themen sowie Anregungen der Länder, Kommunen und Akteure zusammen – und auf der denkmal können wir diese Impulse weiter geben.“
Volker Schweizer sieht die Rolle von Frauenhofer vor allem darin, die Brücke von Wissenschaft und Handwerk zu schaffen. „Mit Kongressen und weiteren Angeboten auf der denkmal bringen wir die Partner zusammen, die im Alltag vielleicht nicht ohne weiteres zusammenfinden.“ Neben diesen zwei Perspektiven gibt es ja noch die Gedanken der anderen 20 Beiratsmitglieder. Dass hier nicht immer alle einer Meinung sind ist vorprogrammiert. „Klar hier wird auch mal kontrovers diskutiert – aber zum Glück immer konstruktiv“, so Wendland.
Foto: Leipziger Messe
Die Messe als Raum für offene Fragen
„Dabei geht es uns gar nicht darum, immer die fertige Lösung zu liefern“, weiß Stephanie Weichhold. Denn das müsse gar nicht Ziel einer Messe sein. „Gerade der Austausch, die Diskussionen sind das, was eben das Herz einer Messe ausmacht“, ergänzt Weichhold. „Im Alltag bleiben viele Branchenteilnehmer oft im eigenen Umfeld“, ergänzt Wendland. Auf der denkmal habe man aber dann die Möglichkeit, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. „Und damit ist die denkmal eben viel mehr als eine Messe. Sie ist eine Plattform der Reallabore.“
Und dieses Neudenken, Weiterdenken wird belohnt. Seit 1994 ist die denkmal erfolgreich am Markt. „Eine Veranstaltung wie die denkmal gibt es kein zweites Mal im Netzwerk der Denkmalpflege“, so Ulrike Wendland. Volker Schweizer sieht auch den positiven Trend. „Die Messe ist internationaler, jünger, vielfältiger geworden. Wir erkennen, dass Denkmalpflege zunehmend als Zukunftsthema verstanden wird.“
Foto: Leipziger Messe
Mehr als ein Ehrenamt
Die Arbeit im Beirat ist sowohl für Wendland als auch für Schweizer eine Herzensangelegenheit. „Es ist schon sehr besonders, Teil dieses Netzwerks zu sein“, sagt Wendland. „Aufgrund der Vielfalt unserer Branche lerne ich bei jedem Treffen etwas Neues.“ Volker Schweizer ergänzt: „Und gerade, weil die denkmal so wichtig für uns ist, ist es schön damit auch Weichen für unsere Branche stellen zu können.“ Für die Zukunft wünschen sich beide vor allem Kontinuität – und gleichzeitig den Mut zu neuen Themen. „Ich wünsche mir, dass die Leipziger Messe diesem wichtigen Feld des Kulturgutschutzes weiterhin Raum gibt“, sagt Wendland. „Und dass die denkmal damit relevant für die Branche bleibt.“
Dafür arbeitet das gesamte Team der denkmal mit Hochdruck. „Wenn im November die denkmal öffnet und aus Ideen verschiedener Akteure neue Gedanken, neue Prozesse entstehen, dann haben wir viel erreicht“, so Stephanie Weichhold. Und dann fügt sie lächelnd hinzu „Es stimmt schon. Die denkmal nur eine Messe zu nennen, wäre einfach zu kurz gegriffen.“
Die wichtigsten Fakten zur denkmal Leipzig
- Die denkmal zählt zu den wichtigsten europäischen Fachmessen für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung.
- Die Messe findet alle zwei Jahre in Leipzig statt.
- Das Programm umfasst mehr als 200 Veranstaltungen – darunter Fachforen, Workshops, Kongresse und Diskussionsrunden.
- Inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem Denkmalvermittlung und die Nachwuchsgewinnung im Handwerk, Bauen im Bestand, Digitalisierung sowie Kulturgutschutz in Notfallsituationen.
- Unterstützt wird die Programmarbeit von einem 22-köpfigen Beirat aus Handwerk, Wissenschaft, Architektur, Denkmalpflege und Institutionen.
Die nächste denkmal findet vom 5. bis 7. November 2026 im Verbund mit der MUTEC statt.
Folgen Sie der denkmal auf LinkedIn und Instagram.

