Seit mehr als 100 Jahren fährt Familie Müller zur Leipziger Messe. Was einst Firmengründer Edmund Oswald Müller begann, führt heute sein Urenkel Ringo Müller in vierter Generation fort. Auf der CADEAUX Leipzig präsentiert das Familienunternehmen nicht nur erzgebirgische Handwerkskunst – sondern immer wieder auch überraschende Innovationen.
Genau dafür steht das Forum Erzgebirge: Hier treffen traditionsreiche Handwerksbetriebe auf neue Ideen, erfahrene Kunsthandwerker auf junge Gestalterinnen und Gestalter. Hier wird sichtbar, wie sich erzgebirgisches Kunsthandwerk stetig weiterentwickelt.
„Kleinkunst aus dem Erzgebirge“ Müller: Vier Generationen und der Blick nach vorn
Die Geschichte des Unternehmens „Kleinkunst aus dem Erzgebirge“ Müller beginnt 1899 im Spielzeugdorf Seiffen. Aus Gebrauchsgegenständen wurden zunächst Spielzeuge, später jene kunstgewerblichen Holzobjekte, für die das Erzgebirge heute weltweit bekannt ist.
Schon als kleiner Junge stand Ringo Müller in der Werkstatt. Heute führt er das Familienunternehmen in vierter Generation. Sein Grundsatz ist derselbe geblieben wie der seiner Vorfahren: „Es waren immer Artikel, die sich nach den Anforderungen und Wünschen der Menschen gerichtet haben.“
Foto: Leipziger Messe
Innovation aus Tradition
Dass Tradition keineswegs Stillstand bedeutet, beweist das Unternehmen seit Jahrzehnten. Aus dem Hause Müller stammen unter anderem die erste Teelichtpyramide, eine patentierte Keramiklagerung für Weihnachtspyramiden, elektronische Spieldosen, der erste innen beleuchtete Schwibbogen und der sogenannte Rauchknacker – eine Figur, die Räuchermann und Nussknacker miteinander verbindet. Neue Ideen entstehen hier nicht trotz, sondern aus der Tradition.
Wer einen Nussknacker betrachtet, sieht meist nur das fertige Produkt. Was verborgen bleibt: Rund 80 Prozent reine Handarbeit stecken in jeder einzelnen Figur. „Das vermuten die wenigsten“, sagt Ringo Müller. Noch heute wird im Unternehmen ausgebildet und traditionelles Handwerk mit moderner Technik verbunden – damit das Wissen auch an die nächste Generation weitergegeben wird.
Die CADEAUX Leipzig als Heimathafen
Vor genau 100 Jahren stellte Firmengründer Edmund Oswald Müller erstmals auf der Leipziger Messe aus. Seit der zweiten CADEAUX Leipzig im Herbst 1992 gehört das Unternehmen ohne Unterbrechung zum Forum Erzgebirge.
Foto: Ringo Müller
Für Ringo Müller ist die Messe weit mehr als ein Ort, an dem Produkte präsentiert werden. Hier trifft er langjährige Kunden, knüpft neue Kontakte und tauscht sich mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche aus: „Leipzig ist nach wie vor ein besonderer Messestandort“, sagt Ringo Müller. „Hier steckt enorm viel Engagement hinter allem, was angeboten wird. An kaum einem anderen Messeort haben wir so viele persönliche Kontakte geknüpft.“
Auch für den Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller ist die CADEAUX die wichtigste Heimfachmesse. „Es ist die größte Präsentationsfläche erzgebirgischen Kunsthandwerks außerhalb des Erzgebirges“, sagt Geschäftsführer Frederic Günther. „Hier treffen sich Hersteller, Händler und Gestalter. Hier entstehen Netzwerke und neue Ideen.“
Ein Nussknacker für Sachsen
Dass das Forum Erzgebirge nicht nur Bewährtes zeigt, sondern auch neue Impulse setzt, beweist ein besonderes Projekt. Im Forum Erzgebirge wurde im Frühjahr 2026 erstmals der Siegerentwurf des Gestaltungswettbewerbs „Newsknacker – So geht sächsisch“ vorgestellt.
Ein Klassiker wird neu gedacht
Ausgangspunkt war der Wunsch nach einem eigenen Nussknacker für die Sächsische Staatskanzlei. Gemeinsam mit der DENKSTATT ERZGEBIRGE und der Leipziger Messe initiierte der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller daraufhin einen offenen Gestaltungswettbewerb.
Die Vorgabe war einfach: Die typische Silhouette sollte erhalten bleiben – alles andere durfte neu gedacht werden. Mehr als 200 Entwürfe aus ganz Deutschland gingen ein.
Foto: Leipziger Messe
Siegerentwurf aus Sachsen
Durchgesetzt hat sich schließlich die 25-jährige Marie Friedrich aus Breitenbrunn im Erzgebirge. Die gelernte Holzspielzeugmacherin integrierte Fichtelberg und Keilberg in den Rock der Figur und verlieh dem Nussknacker mit seinem facettierten grünen Muster einen modernen Charakter.
Foto: Leipziger Messe
Der lebensgroße Nussknacker wird künftig von der Sächsischen Staatskanzlei im Rahmen ihrer Standortkampagne „So geht Sächsisch.“ bei verschiedenen Publikumsveranstaltungen eingesetzt, um den Freistaat Sachsen sowie das erzgebirgische Kunsthandwerk zu repräsentieren. Während der Weihnachtszeit hat er seinen festen Platz in der Kuppelhalle der Sächsischen Staatskanzlei, dem Amtssitz des Ministerpräsidenten in Dresden. So wird aus einem Gestaltungswettbewerb ein Botschafter für das Erzgebirge – und aus einer traditionsreichen Figur ein Symbol für die Innovationskraft seines Handwerks.
Die nächste CADEAUX Leipzig findet vom 5. bis 7. September 2026 statt.

